Angststörungen richtig behandeln – Nerven bewahren

13.11.2020
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Angststörungen richtig behandeln – Nerven bewahren

Angst ist zunächst ein normales und wichtiges Gefühl. Wie Freude und Ärger gehört die Angst zu einer durchaus gesunden Reaktion, denn Angstgefühle sind ein Schutzmechanismus und machen auf Gefahren und Bedrohungen aufmerksam.


Angststörungen sind demgegenüber wiederkehrende oder anhaltende Zustände, bei denen starke Ängste unangemessen auftreten. Daraus resultieren ein stetig dünner werdendes Nervenkostüm, eine allgemein erhöhte Reizbarkeit und emotionale Kontrollverluste.

 

Angststörungen zählen mittlerweile zu den am weitesten verbreiteten psychischen Erkrankungen. Schätzungen zufolge leiden etwa 15 bis 25 Prozent aller Menschen mindestens einmal in ihrem Leben unter einer Phase ängstlicher Unruhe – Frauen doppelt so häufig wie Männer.


Früherkennung sowie eine Einstellungs- und Verhaltensänderung sind die wichtigsten Maßnahmen, um sich gegen Ängste zu wappnen und um die blank liegenden Nerven zu beruhigen.

 

Angst hat viele Gesichter

  • Panikstörungen und Panikattacken: Diese äußern sich durch plötzliche, unerwartet wiederkehrende schwere Angstattacken, die mit starken Körperreaktionen wie Herzklopfen, Erstickungsgefühlen, Schweißausbruch und Schwindel einhergehen.
  • Phobien: Angst vor bestimmten Geschehnissen, Situationen (Höhen-, Flugangst, enge Räume, Krankheiten), vor abwertenden und prüfenden Beurteilungen durch andere Menschen oder der Öffentlichkeit (soziale Phobie) oder vor Tieren. Allein die Vorstellung erzeugt in der Regel schon heftige Angstreaktionen. Die Vermeidung der gefürchteten Situationen führt bei den Betroffenen oft zu einem sozialen Rückzug.
  • Generalisierte Angststörung: Hier treten unrealistische und dauerhafte Ängste auf, die nicht mit bestimmten Situationen oder Gegenständen in Zusammenhang stehen. Die Sorgen können nicht kontrolliert oder unterdrückt werden. Weitere Merkmale sind motorische Spannung und körperliche oder vegetative Beschwerden.
  • Angststörungen in Verbindung mit anderen psychischen Beschwerden: Angststörungen sind auch eine häufige Begleiterscheinung bei Depressionen, Suchterkrankungen, Zwängen und weiteren psychischen Beschwerden.

 

Ursachen
Die Ursache von Angststörungen kann nur in seltenen Fällen auf ein einziges Ereignis zurückgeführt werden. In den meisten Fällen entwickeln sich Ängste über einen langen Zeitraum durch ein unglückliches Zusammenwirken vieler Einflüsse:

  • traumatische Lebensereignisse
  • anhaltender Stress und Belastungen im Beruf und Alltag
  • eine übertriebene und ängstliche Selbstbeobachtung von Körperfunktionen und Empfindungen
  • übermäßiger Genussmittelkonsum
  • Umweltfaktoren wie Lärmbelastung, Strahlung
  • Wohnort- oder Berufswechsel
  • Organische Erkrankungen, Stoffwechselstörungen und Erkrankungen/Verletzungen des Gehirns

 

Symptome
Bei Angststörungen steht oft gar nicht die Angst im Mittelpunkt, sondern vielmehr Symptome wie Schwindel, Herzrasen, Zittern oder verminderte Belastbarkeit. Auch Schweißausbrüche, Mundtrockenheit, Hitzewallungen, Sprachschwierigkeiten, Atembeschwerden, Beklemmungsgefühl, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall sowie Bewusstseinsstörungen werden oft im Zusammenhang mit einer Angststörung beobachtet. Die Lebensqualität und die Lebensführung können durch diese häufigen, langandauernden und unrealistischen Ängste sehr stark beeinträchtigt werden. Auch für das soziale Umfeld können erhebliche Belastungen entstehen.

 

Je früher eine Behandlung erfolgt, desto besser ist die Prognose
Je nach Schweregrad und Art der Angststörung kommen verschiedene Methoden in Frage. Dazu zählen:

  • Entspannungstechniken (autogenes Training, progressive Muskelrelaxation)
  • Verhaltenstherapie oder Psychoanalyse: Im Rahmen der Psychotherapie kann der Mechanismus der Angsterkrankung ergründet werden.
  • Angst lösende oder beruhigende Medikamente (Tranquilizer, z. B. Benzodiazepine) und Antidepressiva. Diese Arzneimittel weisen jedoch Nebenwirkungen wie Sedierung sowie „Hangover“ am nächsten Tag auf. Weiter besteht ein Gewöhnungspotenzial.

 

Tipp: Angst und Nervosität natürlich behandeln
Es gibt vielerlei Arzneipflanzen, die sich bei Nervosität und Unruhe als sehr wirksam erweisen. In Apotheken findet man ein breites Angebot an Vitamin- und Mineralstoffpräparaten sowie nervenstärkenden Präparaten und wird gleichzeitig fachkundig und individuell beraten.

  • Die Passionsblume wirkt angstlösend und wird erfolgreich bei innerer Anspannung, Gereiztheit und Nervosität eingesetzt.
  • Melisse lindert Erregungszustände, Unruhe und Nervosität.
  • Baldrian beruhigt und ist hilfreich bei Schlafstörungen.
  • Stärkungsmittel wie Extrakte aus der Ginsengwurzel eignen sich bei Müdigkeit und Schwächegefühlen sowie bei nachlassender Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit.
  • Wer unter Angst und Nervosität leidet, sollte auf eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung achten.

Ängste abbauen

  • Bewegung: Wer aktiv ist, klagt seltener über Nervosität und kann besser mit Stress und Belastungen umgehen.
  • Schlaf: Im Schlaf erholt sich der Körper, das Gehirn löscht überflüssige Informationen und das Immunsystem wird gestärkt.
  • Beziehungen und Freundschaften pflegen

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Text ©: PACs Verlag GmbH
Foto ©: Pixabay