Was man gegen Hämorrhoiden tun kann

30.10.2020
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Was man gegen Hämorrhoiden tun kann

Definition
Bei Hämorrhoiden handelt es sich um natürliche Schleimhautpolster aus Venengeflechten, Bindegewebe und Muskelfasern. Sie befinden sich im hintersten Teil des Mastdarms und sind neben dem eigentlichen Schließmuskel für den Feinverschluss des Enddarms verantwortlich.

 

Durch starkes Pressen aufgrund chronischer Verstopfung, vorwiegend sitzender Tätigkeit, Übergewicht oder Schwangerschaft vergrößern sich die Hämorrhoiden und führen zu Beschwerden, dem sogenannten Hämorrhoidalleiden. Betroffen sind schätzungsweise über die Hälfte – 50 bis 70 Prozent – der über 50-Jährigen, aber auch junge Mütter und Schwangere.

 

Ursachen
Eine häufige Ursache ist eine angeborene oder erworbene Bindegewebsschwäche. Chronische Verstopfung, eine unausgewogene ballaststoffarme Ernährung, die Einnahme von Abführmitteln oder starkes Pressen beim Stuhlgang tragen ebenfalls zur Entstehung von Hämorrhoiden bei.

 

Hämorrhoiden treten oft auch bei Menschen auf, die sitzende Berufe ausüben oder lange stehen müssen. Darüber hinaus können Übergewicht, Bewegungsarmut und Schwangerschaft durch den erhöhten Druck auf den Bauchraum Hämorrhoiden auslösen.

 

Symptome
In der Regel führen Hämorrhoiden zu Juckreiz und Nässen, manchmal auch zu Schmerzen im Analbereich. Im weiteren Verlauf kann es zu entzündlichen Veränderungen und Wundsein, ggf. mit Blutungen, kommen.


Der Juckreiz wird von den Patienten oft schlimmer empfunden als die Schmerzen. Das daraus resultierende Kratzen reizt die Haut zusätzlich, was trotz kurzer Linderung letztendlich zu einer Verstärkung des Juckreizes führt.

 

Diagnose
Bei Schmerzen oder Blutungen im Analbereich sowie anhaltendem unregelmäßigen Stuhlgang sollten die Betroffenen einen Facharzt konsultieren, da auch andere Erkrankungen des Enddarmes Symptome dieser Art hervorrufen können. Um ein mögliches Hämorrhoidalleiden abzuklären, wird die Mastdarmspiegelung angewandt.

 

Bei dieser Untersuchung führt ein spezialisierter Arzt ein kurzes Röhrchen in den After ein (Proktoskop). Mit dieser für den Patienten schmerzlosen Untersuchung können Vorhandensein, Art und Größe von Hämorrhoiden abgeklärt werden.

 

Es werden vier Krankheitsstadien unterschieden:
Grad I: Die Hämorrhoiden treten durch Pressen nicht nach außen und sind nur bei der Untersuchung mit einem speziellen Sichtgerät sichtbar.
Grad II: Durch Pressen werden die Hämorrhoiden zwar sichtbar, ziehen sich aber bei Nachlassen wieder in den Enddarm zurück.
Grad III: Die Hämorrhoiden verschwinden nach Ende des Pressens nicht von selbst im Enddarm, sondern müssen mit dem Finger zurückversetzt werden.
Grad IV: Eine Rückführung der Hämorrhoiden ist nicht mehr möglich, sie bleiben außen sichtbar.

 

Therapie
Die jeweilige Therapie hängt vom Ausmaß der krankhaften Veränderungen ab. Unabhängig davon, wie ausgeprägt das Hämorrhoidalleiden jeweils ist, klagen die meisten Betroffenen über analen Juckreiz bzw. Schmerzen beim Stuhlgang. Zur Beseitigung des unangenehmen Juckreizes und eines eventuellen Ekzems stehen entzündungshemmende Zäpfchen und Salben aus der Apotheke zur Verfügung.

 

Darüber hinaus gibt es Zäpfchen, die lokal schmerzstillend wirken oder auch gefäßverengende Substanzen enthalten, was die Beschwerden auch lindern kann. Auch die Anfälligkeit für Entzündungen und Infektionen des betroffenen Gewebes wird dadurch vermindert. In schweren Fällen müssen allerdings Präparate mit Kortison verschrieben werden.

 

Diese Präparate gegen Hämorrhoiden kann man zur Behandlung ohne Rezept in der Apotheke kaufen. Operative Maßnahmen sind im Allgemeinen nach erfolgloser konservativer Behandlung in fortgeschrittenen Stadien erforderlich.

 

Prophylaxe
Wesentlicher Bestandteil der Therapie ist das Vermeiden von Verstopfung. Dies kann häufig durch Änderung der Essgewohnheiten und zusätzliche Aufnahme von Ballaststoffen erreicht werden. Auch eine Verschlimmerung eines bestehenden Hämorrhoidalleidens kann damit verhindert werden.


Außerdem sollte auf eine gute Analhygiene geachtet werden. Unterwäsche aus reiner Baumwolle ist besonders hautfreundlich und atmungsaktiv. Nach dem Stuhlgang empfiehlt es sich, den After mit weichem Papier oder Einmalwaschlappen und lauwarmen Wasser zu reinigen und trocken zu tupfen.

 

Hämorrhoidalleiden lindern bzw. verhindern

  • lange Sitzungen auf der Toilette mit starkem Pressen vermeiden
  • Sitzbäder z. B. mit Kamillen- und Eichenrindenzusatz lindern Juckreiz, Schmerzen und Entzündungen.
  • viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte, viel Wasser trinken
  • auf Abführmittel verzichten
  • für ausreichend Bewegung sorgen

 

Fazit
Die Behandlung von Hämorrhoidalproblemen ist abhängig von der individuellen Symptomatik. Die Mehrheit der Betroffenen erlangt durch nicht-operative Maßnahmen Beschwerdefreiheit. Bei fortgeschrittenen Befunden sind allerdings operative Maßnahmen erforderlich. Die Schmerzen nach einer Hämorrhoiden-Operation werden durch neue Operationsmethoden jedoch nur noch als gering empfunden.

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Text: Heinl
© PACs Verlag GmbH
Foto ©: Pixabay