Wie kann ich Osteoporose (Knochenschwund) vorbeugen?

17.07.2020
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Osteoporose (Knochenschwund) vorbeugen

 

Osteoporose ist die häufigste Knochenerkrankung im höheren Lebensalter und wird auch als Knochenschwund bezeichnet. Experten gehen davon aus, dass jede dritte Frau über 50 davon betroffen ist, was auf die Veränderungen des Hormonhaushalts in den Wechseljahren zurückgeführt wird. Sehr schlanke Frauen sind zusätzlich benachteiligt: So steigt bei einem BMI (Body Mass Index) unter 20 das Osteoporose-Risiko deutlich an.

 

Definition
Die Osteoporose ist eine systemische Skeletterkrankung. Sie geht mit einer Verringerung der Knochenmasse und Knochenfestigkeit einher. Diese verursacht zunächst keine Symptome oder Schmerzen. An typischen Stellen, etwa im Bereich der Wirbelsäule und an den Gliedmaßen, treten immer häufiger Knochenbrüche auf.

 

Betroffen sind vor allen Rippen, Ober- und Unterarm, Wirbel, Becken und Oberschenkelhals. Meist wird die Krankheit erst nach einem Knochenbruch festgestellt. Der Verlauf kann durch Medikamente und körperliche Aktivität gebremst werden. Zur Diagnosestellung steht die Knochendichtemessung zur Verfügung.

 

Osteoporose vorbeugen
Bewegung: Am besten lässt sich die Festigkeit der Knochen in der Wachstumsphasen beeinflussen. Viel Bewegung und die richtige Ernährung stärken den Knochen im Wachstum. Auch Erwachsene brauchen Outdoor-Bewegung, nicht nur zur Kräftigung des Herz-Kreislauf-Systems, sondern auch um die Knochen fit zu halten.

 

Regelmäßige Bewegung, am besten gemeinsam mit Gleichgesinnten, verbessert nicht nur die Knochenfestigkeit, sondern auch die Muskulatur, die Koordination und das Gleichgewicht und beugt so weiteren Stürzen vor. Zudem kann der soziale Faktor des Zusammenseins gegenseitig anregend wirken, besonders auch bei älteren Menschen.

 

Ernährung: Calcium und Vitamin D spielen eine besonders wichtige Rolle im Knochenstoffwechsel. Calcium ist das Baumaterial des Knochens und benötigt zusätzlich Vitamin D, um im Darm ausreichend aufgenommen zu werden. Erwachsene benötigen etwa 1000 mg Calcium täglich, das über die Nahrung aufgenommen wird.

 

Viel Calcium ist in der Milch enthalten, besonders in fettreichen Milchprodukten. Die ausreichende Versorgung mit Vitamin D ist in jedem Lebensalter wichtig. Vitamin D ist in der Nahrung enthalten, z. B. in Fischgerichten. Für die ausreichende Bildung von Vitamin D sollte man zudem täglich 30 Minuten in die Sonne gehen.

 

Fast alle älteren Menschen haben jedoch einen Mangel an Vitamin D, die Einnahme in Form eines Nahrungsergänzungsmittels kann daher nur empfohlen werden.Der Mangel an Vitamin B12 und Folsäure begünstigt die Osteoporose ebenfalls, daher sollten auch diese Vitamine in ausreichender Menge aufgenommen werden.

 

„Knochenräuber“ reduzieren
Fleisch, Wurst, Schmelzkäse, Fast Food und Hefebackwaren können auf Grund ihres hohen Phosphatgehalts Calcium aus den Knochen freisetzen und damit eine Osteoporose begünstigen. Die in Rhabarber, Spinat und Roter Bete vorkommende Oxalsäure sowie auch schwarzer Tee, Kakao oder Schokolade binden Calcium und behindern dadurch seine Aufnahme. Auch der übermäßige Genuss von koffeinhaltigen Getränken, Alkohol und Zigaretten kann langfristig den Knochen schaden.

 

Sturzprophylaxe: Die Muskelkraft des Oberschenkels korreliert direkt mit der Sturzgefahr. Je geringer die Kraft, desto mehr Brüche passieren. Wer seine Muskelkraft erhält, erhält auch meist die Koordination, und diese ist der entscheidende Faktor, um Stürze zu vermeiden. Die Wohnungen osteoporotischer Patienten sollten von allen Risiken befreit werden, die zu Stürzen führen könnten: Teppiche, Schwellen, glatte und nasse Böden, fehlende Haltegriffe und Geländer. Rund 80 Prozent der Schenkelhalsfrakturen ereignen sich zu Hause.

 

Medikamentöse Therapie der Osteoporose
Bei Osteoporose werden eine Ernährungsumstellung und eine Verbesserung des Lebensstils empfohlen. Zur medikamentösen Therapie stehen verschiedene Präparate zur Verfügung, entweder den Knochenabbau hemmen (z. B. sogenannte Bisphosphonate) oder den Knochenaufbau fördern.


Bei der Behandlung der Osteoporose handelt es sich grundsätzlich um eine Langzeittherapie, die sorgfältig überwacht werden muss. Die Medikamente müssen exakt laut Anordnung eingenommen werden. Falls Nebenwirkungen auftreten, müssen diese möglichst sofort mit dem Arzt besprochen werden. Ebenso sollte keine Therapie geändert oder unterbrochen werden, ohne dies vorab mit dem Therapeuten zu klären.

 

Tipp: Basistherapie mit Calcium- und Vitamin D-Supplementation
Osteoporose-PatientInnen wird in der Regel ein Kombinationspräparat mit Calcium und Vitamin D empfohlen, denn Calcium und Vitamin D sind für die Mineralisierung der Knochen verantwortlich. Calcium ist ein wichtiger Baustein für die Knochen, und Vitamin D ist wichtig für den Einbau von Calcium in die Knochen. Somit gilt die Anwendung dieser beiden Mikronährstoffe als Basistherapie in der Osteoporose-Behandlung und wird vor allem bei Mangelernährung bzw. geringer Sonnenexposition empfohlen.

 

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Text: Heinl
© PACs Verlag GmbH
Foto ©: Lammeyer - Thinkstock